Jeudi 08 Janvier 2009
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Langsam gesprochene Nachrichten | Deutsc
30 épisodes
Donnerstag, 1. Januar 2009
Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.MOSKAU: Der russische Staatskonzern Gazprom hat seine Drohungen wahr gemacht und die Gaslieferungen an die Ukraine am Neujahrsmorgen eingestellt. Die Versorgung sei mit Auslaufen des alten Vertrags gestoppt worden, bestätigte der Monopolist. Das Unternehmen versicherte zugleich, Europa werde weiterhin voll mit Gas beliefert. Durch die Ukraine fließen 80 Prozent des für Westeuropa bestimmten Erdgases aus russischer Förderung. Die Ukraine und Russland streiten über die Begleichung von Schulden und neue Lieferpreise. Aktuell zahlt die Ukraine knapp 180 Dollar je 1.000 Kubikmeter Gas. Russland verlangt 250 Dollar. Zudem hat die Ukraine laut Gazprom Schulden über 2,1 Milliarden Dollar nicht vollständig beglichen.--In den vergangenen Jahren hatte es ähnliche Auseinandersetzungen zwischen beiden Ländern gegeben. TEL AVIV: Die israelische Luftwaffe hat auch in der Nacht zum Neujahrstag Angriffe auf Ziele im Gazastreifen geflogen. Bombardiert wurden erneut Regierungsgebäude der Hamas. Seit Beginn der Offensive vor sechs Tagen sind im Gazastreifen rund 400 Palästinenser getötet worden. Israel beklagt vier Todesopfer durch Raketen islamischer Extremisten. Der israelische Rundfunk meldet, am Rande des Gazastreifens würden zahlreiche Bodentruppen auf den Einmarschbefehl warten. Mehrere tausend Soldaten seien in Bereitschaft. NEW YORK: Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ist vorerst mit einer verbindlichen Resolution für einen Waffenstillstand im Gazastreifen gescheitert. Eine von den arabischen Staaten beantragte Sondersitzung ging in New York ohne Abstimmung zu Ende. Nach Meinung des Westens war der von Libyen eingereichte Text zu einseitig gegen Israel gerichtet. Palästinensische Vergeltungsaktionen seien nur am Rande erwähnt. Israels Außenministerin Zipi Livni wird an diesem Donnerstag in Frankreich erwartet. Präsident Nicolas Sarkozy reist nächste Woche in den Nahen Osten. ISLAMABAD: Pakistan und Indien haben ungeachtet aktueller Spannungen und militärischer Drohungen wieder Bestandslisten ihrer atomaren Arsenale ausgetauscht. Entsprechende Berichte über nukleare Anlagen und Einrichtungen wurden nach Angaben der Außenministerien in Islamabad und Neu Delhi übergeben. Die Auseinandersetzung um die Aufklärung der Terrorangriffe von Bombay im November dürfe den 1992 begonnenen Informationsaustausch nicht beeinträchtigen, wurde betont. BANGKOK: Bei einem verheerenden Brand in einem Nachtclub der thailändischen Hauptstadt sind mindestens 60 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 200 Personen erlitten Verletzungen, wie die Polizei in Bangkok mitteilte. Nach ersten Ermittlungen wurde der Brand vermutlich durch Feuerwerkskörper ausgelöst. In dem Nachtclub hatten rund 1.000 Menschen den Jahreswechsel gefeiert, unter ihnen auch ausländische Touristen. HAVANNA: Die Karibikinsel Kuba feiert an diesem Donnerstag den 50. Jahrestag der von Fidel Castro angeführten Revolution. Die politische Führung begeht den Tag mit einer Zeremonie in Santiago de Cuba, dem früheren Hauptquartier der Guerrilleros. In der südostkubanischen Stadt verkündete Castro am 1. Januar 1959 den Sieg über den Diktator Fulgencio Batista, der zuvor aus dem Land geflohen war. Ein halbes Jahrhundert später steht Kuba vor allem vor großen wirtschaftlichen Problemen. Der 82-jährige Fidel Castro ist wegen seiner angeschlagenen Gesundheit seit Sommer 2006 nicht mehr öffentlich aufgetreten und wurde an der Staatsspitze inzwischen von seinem Bruder Raúl abgelöst. PRAG: Tschechien hat zum Jahreswechsel die EU-Ratspräsidentschaft für die kommenden sechs Monate übernommen. Als Schwerpunkte hat sich der tschechische Regierungschef Mirek Topolanek neben der Wirtschaftskrise und den EU-Außenbeziehungen die Frage der Energiesicherheit gesetzt. Dieser Punkt ist wichtig auch angesichts des aktuellen Gasstreits zwischen Russland und der Ukraine. Unklar ist, ob der als EU-kritisch bekannte tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus zur Belastung für Topolanek werden könnte. Tschechien mit rund zehn Millionen Einwohnern trat der Europäischen Union 2004 bei. BRATISLAVA: Der Kreis der Euro-Staaten ist um ein Mitglied größer geworden. Mit dem Beitritt der Slowakei gehören künftig 16 Länder zur einheitlichen Währungszone. Für nun 330 Millionen Menschen ist der Euro damit das einheitliche Zahlungsmittel. Die Slowakei gehört zu den wachstumsstärksten Volkswirtschaften in der Europäischen Union. LINZ: Das österreichische Linz und die litauische Hauptstadt Vilnius sind Kulturhauptstädte Europas 2009. Mit prachtvollen Feuerwerken starteten die beiden Städte in der Silvesternacht den einjährigen Reigen von Kulturveranstaltungen. "Linz verändert" ist das Motto, das sich die Stadt an der deutschen Grenze für das kommende Jahr gegeben hat. Statt als Industriestandort, will man sich als modern und weltoffen präsentieren. Vilnius hatte den deutschen "Lichtarchitekten" Gert Hof engagiert, der um Mitternacht die tausendjährige Geschichte Litauens aufleuchten ließ. - Mit ihrem Programm will sich die Barockstadt Vilnius mit ihrer jüdischen, polnischen und russischen Identität auseinandersetzen. - Der Etat des Baltenstaates dafür war jedoch angesichts der Finanzkrise bereits um mehr als zehn Prozent gekürzt worden. DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Das neue Jahr beginnt meist neblig-trüb. Sonnig am ehesten in den Mittelgebirgen. Südlich der Donau und im Nordosten auch Schnee. Maximal minus vier bis plus vier Grad. --- Milder vor allem an der See und am Oberrhein.
Mittwoch, 31. Dezember 2008
Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Mittwoch - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.TEL AVIV/ PARIS: Die internationalen diplomatischen Bemühungen um einen Waffenstillstand im palästinensischen Gazastreifen sind verstärkt worden, aber zunächst erfolglos geblieben. Das israelische Sicherheitskabinett wies auch Vorschläge Frankreichs zu einer einseitigen 48-stündigen Waffenruhe zurück. Dies sei "unrealistisch" und könne kein Ende des Raketenbeschusses und des Terrors durch die Hamas garantieren, hieß es aus dem Außenministerium. Regierung und Militärs hatten schon zuvor Bedenken geltend gemacht, durch eine Feuerpause verliere die Offensive an Schlagkraft und eröffne der radikal-islamischen Hamas die Chance, sich neu zu bewaffnen. Auch die Außenminister der Europäischen Union hatten eine sofortige und dauerhafte Waffenruhe sowie humanitäre Hilfe gefordert. TEL AVIV: Ungeachtet internationaler Forderungen nach einer Waffenruhe setzt Israel die Luftangriffe im Gazastreifen unvermindert fort. Den fünften Tag in Folge griff die Luftwaffe Ziele der radikal-islamischen Hamas an. Insgesamt seien seit Mitternacht 35 Angriffe geflogen worden, sagte ein israelischer Armeesprecher. Auch militante Palästinenser setzten ihre Angriffe auf Israel fort. Zehn Raketen schlugen im Grenzgebiet ein. In der Wüstenstadt Beerschewa explodierten zwei Raketen, eine davon in einem leeren Schulgebäude.--Seit Beginn der Offensive sind nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza mehr als 380 Palästinenser getötet worden. Auf israelischer Seite starben vier Menschen. DHAKA: Nach der Parlamentswahl in Bangladesh haben internationale Beobachter die Abstimmung als fair gewürdigt. Entsprechend äußerten sich Vertreter des Commonwealth und der Europäischen Union. Die bei der Parlamentswahl unterlegene frühere Ministerpräsidentin Khaleda Zia will das Ergebnis aber nicht anerkennen. Die Abstimmung sei lächerlich gewesen, das Ergebnis spiegele nicht den Willen des Volkes wider, erklärte Zia.-- Wahlsiegerin Sheik Hasina Wajed von der Awami-Liga bot der unterlegenen Rivalin eine Zusammenarbeit an. Hasinas linksgerichtete Partei hatte sich bei der Wahl eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament gesichert. MOSKAU: Im Gasstreit mit Russland reist die ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko noch am letzten Tag des Jahres zu Verhandlungen nach Moskau. Das bestätigte die ukrainische Botschaft der Agentur Interfax. Die Regierung der Ukraine hatte erklärt, man habe Schulden von 1,5 Milliarden Euro bei dem russischen Gasmonopolisten Gazprom bezahlt. Allerdings wurde in Moskau die Zahlung nicht bestätigt. Zudem gibt es Differenzen über die Höhe der Schulden. Auch ist strittig, wieviel die Ukraine künftig für Erdgas zahlen soll. Der Streit betrifft auch Westeuropa. Sollte Gazprom den Gashahn zudrehen, könnte es Lieferengpässe geben. BERLIN: Die internationale Finanzkrise bietet nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel auch die Chance zur Weiterentwicklung der deutschen Wirtschaft. Mit Zukunftsinvestitionen und Entlastungen für die Bürger wolle man aus der Krise "stärker herausgehen, als man hineingekommen" sei, sagte Merkel in ihrer jetzt veröffentlichten Neujahrsansprache. Die CDU-Chefin beschwört dazu den "Gemeinsinn" der Deutschen. Deutliche Kritik übt sie an "finanziellen Exzessen ohne soziales Verantwortungsbewußtsein" sowie Bankern und Managern "ohne Maß und Mitte". Nun müsse wieder der Staat "Hüter der sozialen und wirtschaftlichen Ordnung" sein. BERLIN: Die anstehenden Prozesse um Steuerbetrug in Liechtenstein werden nach Ansicht von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück die Steuermoral in Deutschland fördern. Die Verfahren würden deutlich machen, dass "der Ehrliche nicht der Dumme" sein müsse, sagte Steinbrück der Nachrichtenagentur Agence France Presse (afp). Keiner dieser "Kriminellen" - so der SPD-Politiker - solle sicher sein, dass man nicht auch an seine Daten komme. Am 22. Januar beginnt der wohl spektakulärste Prozess um Steuerbetrug in Liechtenstein: Dann steht Ex-Deutsche-Post-Chef Klaus Zumwinkel erstmals vor Gericht. SHANGHAI: Chinas Börse hat dieses Jahr den größten Kursverlust ihrer 18-jährigen Geschichte erlitten. Der Aktienmarkt in Shanghai schloss am Mittwoch erneut schwächer und brach auf das Gesamtjahr gesehen um 65 Prozent ein. Auch an den anderen großen Börsen im asiatisch-pazifischen Raum gab es massive Verluste. Die Aktienmärkte in Tokio, Seoul und Sydney meldeten durchgängig Kurseinbrüche von mehr als 40 Prozent für das zu Ende gehende Jahr. PEKING: Im Skandal um Melamin-verseuchte Babynahrung in China müssen sich jetzt auch vier ranghohe Manager des Herstellers "Sanlu" vor Gericht verantworten. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, ist unter ihnen die ehemalige Vorstandschefin des Konzerns, Tian Wenhua. Allen Angeklagten droht bei einem Schuldspruch die Todesstrafe. Tian gab vor Gericht zu, sie habe bereits im Mai Tests über die Qualität der Milch eingeleitet, die Behörden aber erst Anfang August informiert. --- In den vergangenen Tagen begannen laut Xinhua bereits Prozesse gegen 17 weitere Verdächtige. Die Hersteller des Milchpulvers boten den betroffenen Familien Entschädigungen in einer Gesamthöhe von umgerechnet etwa 112 Millionen Euro an. Anwälte der Kläger lehnten dies als zu niedrig ab. NEW YORK: Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, hat die jüngsten Gewalttaten im Nordosten des Kongo durch Rebellen der so genannten 'Lord's Resistance Army' verurteilt. Er forderte diese auf, sich an das internationale Recht zu halten. Die Aufständischen sollen nach Angaben der katholischen Kirche an den Weihnachtstagen ein Massaker an mehr als 400 Zivilisten in der Region verübt haben. Die Rebellen sind seit Jahren im Grenzgebiet der Demokratischen Republik Kongo und Ugandas aktiv. Ihr Chef, Joseph Kony, wird mit Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag gesucht. DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Südwesten etwas Niederschlag, meist als Schnee. Sonst vielfach freundlicher mit Sonnenschein. Maximal minus drei bis plus drei Grad.
Dienstag, 30. Dezember 2008
Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.GAZA-STADT: Nach den massiven Luftangriffen auf Ziele der radikal-islamischen Hamas hat die israelische Armee die Vorbereitungen für eine mögliche Bodenoffensive im Gazastreifen abgeschlossen. Die Soldaten hätten ihre Stellungen bezogen und seien zum Einmarsch in das Palästinensergebiet bereit, sagte eine Militärsprecherin. Vize-Verteidigungsminister Matan Vilnai betonte, die Armee sei darauf vorbereitet, notfalls mehrere Wochen lang zu kämpfen. Nach palästinensischen Angaben wurden bei den Luftangriffen seit Samstag fast 400 Menschen getötet. Auf israelischer Seite starben durch Raketenangriffe militanter Palästinenser bisher mindestens vier Menschen. NEW YORK/PARIS: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat Regierungen in aller Welt vorgeworfen, sich nicht energisch genug für ein Ende der Gewalt im Gazastreifen einzusetzen. Um eine friedliche Lösung des Nahost-Konflikts zu ermöglichen, müssten die regionalen und internationalen Partner mehr tun, erklärte Ban. Die israelischen Luftangriffe kritisierte er erneut als 'unverhältnismäßig'. Noch an diesem Dienstag wollen die Außenminister der EU-Staaten zu einer Sondersitzung in Paris zusammenkommen, um über die Lage zu beraten. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier warnte davor, die Gewalt im Gazastreifen könnte den gesamten Nahen Osten destabilisieren. DHAKA: Bei der Parlamentswahl in Bangladesch hat die Awami-Liga der früheren Ministerpräsidentin Sheikh Hasina Wajed einen klaren Sieg errungen. Wie die staatliche Wahlkommission mitteilte, konnten sich die linksgerichtete Liga und die mit ihr verbündeten Parteien mehr als 260 der insgesamt 300 Sitze im Parlament sichern. Hasinas Rivalin Khaleda Zia kam mit ihrer Nationalpartei lediglich auf 32 Sitze. Während internationale Beobachter von einem weitgehend reibungslosen Verlauf der Wahl berichteten, sprach die unterlegene Nationalpartei von 'massiven Unregelmäßigkeiten'. BANGKOK: In Thailand haben tausende Anhänger des gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra den neuen Regierungschef Abhisit Vejjajiva dazu gezwungen, seine Antrittsrede im Außenministerium anstatt im Parlament zu halten. Die Demonstranten belagern bereits den zweiten Tag in Folge das Parlamentsgebäude in Bangkok und fordern den Rücktritt Abhisits. Die Anhänger von Ex-Premier Thaksin bezeichnen sich als Mitglieder der sogenannten 'Demokratischen Allianz gegen Diktatur'. Dabei handelt es sich um eine Gegenbewegung zur so genannten 'Volksallianz für Demokratie', die wochenlang gegen die Regierung von Thaksin-Schwager Somchai Wongsawat protestiert und Ende November auch die Flughäfen von Bangkok besetzt hatte. BERLIN: Angesichts der Wirtschaftskrise hat EU-Kommissar Günter Verheugen die Mitgliedsstaaten zur Einhaltung des Euro-Stabilitätspaktes ermahnt. Diesen Stabilitätspakt könne man nicht beliebig je nach Wirtschaftslage interpretieren, sagte Verheugen in einem Interview. Eine zu starke Verschuldung werde sich immer rächen. Unterdessen hat die Bundesregierung die Absicht bekräftigt, noch im Januar ein zweites Konjunkturprogramm aufzulegen. Von den Stützungsmaßnahmen solle dann gezielt auch die Automobilindustrie profitieren, erklärte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg in Berlin. WIESBADEN: In Deutschland hat der Bund auch im zu Ende gehenden Jahr die meisten Schulden gemacht, während die Länder und Gemeinden in ihren Kassen zunächst Überschüsse erzielten. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, ist in den ersten drei Quartalen 2008 im Bundeshaushalt ein Defizit von 22,6 Milliarden Euro aufgelaufen. Bei den Ländern gab es im selben Zeitraum Überschüsse von 4,8 Milliarden Euro und bei den Gemeinden ein Plus von 5,6 Milliarden Euro. ACCRA: In Ghana hat sich Oppositionsführer John Atta Mills zum Sieger der Stichwahl um das Präsidentenamt erklärt. Laut Medienberichten errang Atta Mills mehr Stimmen als der Kandidat der Regierungspartei, Nana Akufo-Addo. Angesichts des knappen Wahlausgangs ist allerdings unklar, ob das offizielle Ergebnis wie geplant an diesem Dienstag verkündet werden kann. Beide Seiten warfen sich gegenseitig Manipulationen vor. Der amtierende Staatspräsident John Kufuor durfte nach zwei Amtszeiten nicht wieder antreten. LISSABON: Eine Grippewelle hält Portugal fest im Griff. Innerhalb von drei Tagen erkrankten nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Lissabon landesweit fast 100.000 Menschen an der so genannten Influenza. Nach örtlichen Medienberichten waren viele Krankenhäuser durch den Ansturm der Patienten überfordert. Die Behörden gaben die Erlaubnis, nicht dringende Operationen vorerst zu verschieben. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Berlin werden derzeit auch immer mehr Deutsche von Grippeviren heimgesucht. LOS ANGELES: Der US-Jazz-Trompeter Freddie Hubbard ist tot. Er erlag 70-jährig in einem Krankenhaus in Los Angeles den Folgen eines Herzinfarktes. Hubbard, der mit seinem melodischen Stil eine ganze Generation von Trompetern beeinflusste, trat während seiner langen Karriere immer wieder mit Musikgrößen wie John Coltraine, Theleonius Monk, Art Blakey oder Herbie Hankock auf. 1972 wurde er für sein Album 'First Light' mit einem Grammy ausgezeichnet. DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Es bleibt winterlich kalt und zumeist trocken. Höchstwerte zwischen minus sechs und plus drei Grad. Am Morgen meldeten Hamburg: minus fünf Grad, dunstig; Berlin: minus sieben Grad, dunstig;Dresden: minus drei Grad, wolkenlos;Köln/Bonn: minus sechs Grad, wolkenlos;Frankfurt am Main: minus sieben Grad, wolkenlos undMünchen: minus acht Grad, dunstig.
Montag, 29. Dezember 2008
Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Montag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei. GAZA-STADT: Israel hat seine gegen die radikal-islamische Hamas gerichtete Militäroffensive im Gazastreifen ausgeweitet. Korrespondenten berichteten von einer Vielzahl von Luftangriffen. Kampfflugzeuge nahmen zuletzt unter anderem Regierungsgebäude, die Universität von Gaza-Stadt und ein Waffenlager unter Beschuss. An der Grenze zum Gazastreifen wurden weitere israelische Panzer stationiert, während die Einberufung tausender Reservisten für eine mögliche Bodenoffensive umgesetzt wurde. Seit Beginn des Einsatzes am Samstag wurden nach palästinensischer Darstellung mehr als 300 Menschen getötet, unter ihnen nach UN-Angaben mindestens 50 Zivilisten. Die Militäraktion werde fortgesetzt, bis es keine Raketenangriffe radikaler Palästinenser mehr auf israelisches Gebiet gebe, erklärte Verteidigungsminister Ehud Barak. Laut Agentur-Berichten wurde am Montagmorgen ein Israeli getötet, als eine Rakete in der Stadt Aschkelon einschlug. DAKAR: Die Hamas soll sich nach Angaben der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) zu einer neuen Waffenruhe mit Israel bereit erklärt haben. Voraussetzung sei, dass Israel seine Luftangriffe stoppe und die Blockade des Gazastreifens beende, teilte der Senegal mit, der derzeit den Vorsitz der OIC-Staaten inne hat. Eine Stellungnahme der Hamas selbst liegt bisher nicht vor. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief Israel nochmals auf, die Militäraktionen im Gazastreifen zu stoppen. Um Möglichkeiten für ein Ende der Gewalt auszuloten, führte Ban Telefonate mit Vertretern des Nahost-Quartetts, Israels Regierungschef Ehud Olmert, Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas und anderen regionalen Spitzenpolitikern. ADDIS ABEBA: Die Afrikanische Union hat wegen des Militärputsches in Guinea die Mitgliedschaft des Landes in der Staatengemeinschaft suspendiert. Dies gelte solange, bis Guinea zur verfassungsmäßigen Ordnung zurückgekehrt sei, erklärte die AU nach einer Sitzung ihres Sicherheits- und Friedensrates in Addis Abeba. - In Guinea hatte das Militär die Macht vor einer Woche nach dem Tod des langjährigen Präsidenten Lansana Conte übernommen. Die Putschisten kündigten Wahlen für Dezember 2010 an. MOGADISCHU: Der Präsident Somalias, Abdullahi Yusuf, hat als Konsequenz aus der Regierungskrise in dem vom Bürgerkrieg zerrissenen ostafrikanischen Land seinen Rücktritt eingereicht. Es sei ihm nicht gelungen, für Somalia Frieden und Stabilität zu erreichen, sagte Yusuf auf einer Sitzung des Übergangsparlaments in Baidoa. Die Stadt ist einige der wenigen, die Kräfte der Regierung noch gegen die stärker werdenden islamischen Milizen halten. - Vor zwei Wochen hatte Yusuf gegen den Willen des Parlaments einen Ministerpräsidenten eingesetzt. Dieser war nach einer Woche im Amt zurückgetreten. BANGKOK: In Thailand haben Proteste von tausenden Anhängern des früheren Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra den Amtsantritt der neuen Regierung verzögert. Die Demonstranten blockierten in Bangkok die Zugänge zum Parlamentsgebäude. Die Antrittsrede von Regierungschef Abhisit Vejjajiva wurde deshalb um einige Stunden verschoben. - Die Demonstranten verlangen die Auflösung des Parlaments und Neuwahlen. - Abhisit war Mitte Dezember vom Parlament zum Regierungschef gewählt worden. Sein zum Thaksin-Lager zählender Vorgänger Somchoi Wongsawat war von Massenprotesten und dem Verfassungsgericht aus dem Amt gezwungen worden. DHAKA: Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ist in Bangladesch erstmals seit 2001 ein neues Parlament gewählt worden. Das seit knapp zwei Jahren herrschende Militär hatte 650.000 Polizisten und Soldaten mobilisiert, um einen reibungslosen Ablauf der Abstimmung zu gewährleisten. Größere Zwischenfälle wurden bislang nicht bekannt. Korrespondenten berichten von einer hohen Beteiligung der rund 81 Millionen Stimmberechtigten. Mit ersten Ergebnissen wird noch an diesem Montag gerechnet. ISLAMABAD: Radikal-islamische Extremisten haben die Verantwortung für den verheerenden Selbstmordanschlag vom Sonntag in einem Wahllokal im Nordwesten Pakistans übernommen. Nach Medienberichten erklärte eine im Swat-Tal agierende Gruppe, die Tat sei eine Vergeltungsaktion für die Tötung von sechs ihrer Kämpfer durch eine regierungsnahe Miliz. Die Zahl der Todesopfer des Anschlags erhöhte sich nach Angaben eines Polizeisprechers auf 40. Mehrere Schwerverletzte seien in Krankenhäusern gestorben. BERLIN: Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul hat gefordert, trotz der Wirtschaftskrise an dem Ziel festzuhalten, die deutsche Hilfe für Entwicklungsländer bis 2010 aufzustocken. In einem Interview sagte die SPD-Politikerin, wenn dreistellige Milliardensummen bewegt würden, um das Finanzsystem zu retten, müsse es auch möglich sein, weitaus geringere Beiträge zu mobilisieren, um die Welt vor Armut und Hunger zu retten. BERLIN: Finanzminister Peer Steinbrück rechnet nach eigenen Worten nicht mit einer schnellen Einigung auf ein zweites Konjunkturpaket der Bundesregierung. Es werde beim Treffen der Koalitionsspitzen am 5. Januar keine Beschlüsse geben, sagte der SPD-Politiker in Zeitungsinterviews. Zentraler Bestandteil des Konjunkturprogramms seien Investitionen in die Infrastruktur. Forderungen nach Steuersenkungen wies Steinbrück zurück. BERLIN: Die vier großen Stromkonzerne in Deutschland haben ihre Gewinne in den vergangenen fünf Jahren nach einer Studie für die Bundestagsfraktion der Grünen mehr als verdreifacht. Im selben Zeitraum seien die Strompreise um mehr als die Hälfte gestiegen, zitiert die 'Berliner Zeitung' aus dem Papier. Auch in diesem Jahr hätten E-ON, RWE, Vattenfall und EnBW voraussichtlich Rekordgewinne erzielt. BRÜSSEL: In Belgien soll der derzeitige Parlamentspräsident Herman Van Rompuy eine neue Regierung bilden und das Land aus der seit Monaten schwelenden innenpolitischen Krise führen. König Albert II. erteilte dem flämischen Christdemokraten dafür jetzt offiziell den Auftrag. Der 61-jährige Van Rompuy dürfte damit Nachfolger des kürzlich zurückgetretenen Ministerpräsidenten Yves Leterme werden. Ihm war unerlaubte Einflussnahme auf die Justiz vorgeworfen worden. DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Durchweg sonnig und trocken. Richtung Ostsee noch stark bewölkt und neblig-trüb. Tagestemperaturen zwischen minus drei und plus zwei Grad Celsius.
Sonntag, 28. Dezember 2008
Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.GAZA-STADT: Israel hat seine Luftangriffe auf den Gazastreifen fortgesetzt. Die Armee bombardierte den zweiten Tag in Folge Ziele in dem Küstengebiet und zog gepanzerte Truppen an der Grenze zusammen. Verteidigungsminister Ehud Barak schloss eine Bodenoffensive nicht mehr aus. Offiziellen Angaben zufolge hatten Kampfflugzeuge am Samstag rund 100 Angriffe auf das Palästinenser-Gebiet am Mittelmeer geflogen. Dabei wurden nach jüngsten Angaben palästinensischer Ärzte mindestens 270 Menschen getötet und mehrere hundert verletzt. Es waren die schwersten Luftangriffe Israels auf palästinensisches Gebiet seit mehreren Jahrzehnten. Israel rechtfertigt die Offensive mit dem Raketenbeschuss durch die radikal-islamische Hamas. Die Palästinenser-Organisation hatte in den vergangenen Tagen immer wieder Geschosse auf israelische Ortschaften entlang der Grenze abgefeuert. NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat hat von Israel und der radikalislamischen Hamas ein sofortiges Ende der Kämpfe im Gazastreifen gefordert. Die 15 Mitglieder des mächtigsten UN-Gremiums riefen in New York in einer nicht bindenden Erklärung zur Einstellung aller Gewalt auf. Die Dringlichkeitssitzung war auf Antrag Libyens, des derzeit einzigen arabischen Mitglieds im UN-Sicherheitsrat, einberufen worden. - Inzwischen zeigte sich die ägyptische Regierung zur Vermittlung zwischen der Hamas und Israel bereit. Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas gab der radikalen Hamas die Hauptschuld an der Gewalteskalation im Gazastreifen. Die palästinensische Seite hätte die israelische Offensive verhindern können, wenn sie sich an den Waffenstillstand mit Israel gehalten hätte, sagte Abbas bei einem Besuch in Kairo. ISLAMABAD: Bei einem Bombenanschlag auf ein Wahllokal im Nordwesten Pakistans sind mindestens 20 Menschen getötet worden. Nach pakistanischen Medienberichten ereignete sich der Anschlag im Distrikt Buner, wo an diesem Sonntag Nachwahlen zum Nationalparlament in der Hauptstadt Islamabad stattfinden. Die Region im Grenzgebiet zu Afghanistan gilt als Hochburg radikal-islamischer Extremisten. KABUL: Im Osten Afghanistans sind bei einem Selbstmordanschlag in der Nähe einer Schule sieben Menschen getötet worden, darunter vier Kinder. Nach Polizeiangaben wurden weitere 30 Kinder durch die Explosion in der Provinz Khost verletzt. Der Attentäter hatte ein mit Sprengstoff beladenes Auto detonieren lassen, als die Polizei das Feuer auf ihn eröffnete, um ihn an der Weiterfahrt zu einem Gebäude der Provinzregierung zu hindern. Bei einem weiteren Attentat im Süden Afghanistans wurden vier Menschen getötet, darunter zwei kanadische Soldaten der NATO-Truppe ISAF. COLOMBO: Bei einem Selbstmordanschlag in Sri Lanka sind mindestens fünf Angehörige der Sicherheitskräfte getötet und 15 weitere Menschen verletzt worden. Nach Angaben der Behörden sprengte sich der Attentäter in der Hauptstadt Colombo nahe einer Polizeiwache in die Luft. Hinweise auf die Hintermänner des Anschlags gibt es noch nicht. In der südasiatischen Inselrepublik kämpfen seit Jahrzehnten Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam für einen eigenen Staat. BERLIN: Die deutschen EU-Beobachter in Georgien werden künftig auch in der spannungsreichen Pufferzone vor der abtrünnigen Provinz Südossetien im Einsatz sein. Der Chef der EU-Beobachtermission, der deutsche Diplomat Hansjörg Haber, kündigte an, die nationalen Kontingente sollten von Februar an auf verschiedene Standorte aufgeteilt werden. So sollten die deutschen Beobachter künftig nahe Südossetien in Gori, Chaschuri und Tiflis stationiert werden. Bislang sind die 25 deutschen Beobachter im westgeorgischen Sugdidi im Einsatz. Sie beteiligen sich an Patrouillen in der Pufferzone vor der zweiten abtrünnigen georgischen Provinz Abchasien. ACCRA: Ghana entscheidet an diesem Sonntag in einer Stichwahl über den künftigen Präsidenten des Landes. Der bisherige Präsident John Kufuor, der seit 2001 an der Spitze des Landes steht, durfte nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidieren. Im ersten Wahlgang Anfang Dezember hatte Nana Akufo-Addo von der Neuen Patriotischen Partei nur knapp vor John Atta-Mills vom oppositionellen Nationalen Demokratischen Kongress gelegen. In der westafrikanischen Republik sind rund 12,8 Millionen Bürger stimmberechtigt. Beobachter der Europäischen Union haben den bisherigen Wahlverlauf als fair gewürdigt. SEOUL: Südkorea will rund 20 Milliarden Euro in neue Kraftwerke investieren, um vor allem Emissionen einzusparen. Unter den 21 Neubauten seien auch zwölf Atomkraftwerke geplant, teilte das Energieministerium mit. Mit den Neubauten steigt die Zahl der Atomkraftwerke in Südkorea bis 2022 auf 32. Der Anteil der Kernenergie an der Gesamtversorgung legt damit auf 48 von derzeit 34 Prozent zu. BOSTON: Der amerikanische Politikwissenschaftler Samuel P. Huntington ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Das teilte die Harvard-Universität mit, an der Huntington fast 60 Jahre internationale Politik gelehrt hatte. Huntington galt als einer der einflussreichsten Politologen überhaupt. Sein Hauptwerk 'Kampf der Kulturen' erschien 1996. Darin vertrat Huntington die These, dass nach dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr Ideologien, sondern kulturelle und religiöse Unterschiede die Konflikte prägen würden. DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden Wolken, nur örtlich etwas Regen. Richtung Osten Hochnebelfelder mit leichtem Schneefall; sonst viel Sonne. Höchstwerte zwischen minus vier und plus vier Grad.


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